INTERVIEW mit Beatrix Mittermann

Interview mit Beatrix Mittermann für den Autorentag ❤
Frage:

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Und in welchem Genre waren deine ersten Schreibversuche?
Antwort:

Zu Schreiben begonnen habe ich 2009 und nach einigen Fehlversuchen und Entwicklungsschritten gab es dann 2010 meine erste Veröffentlichung. Ich habe ganz klein mit Kurzgeschichten angefangen, Genre war je nach Thema der Ausschreibung verschiedenster Literaturwettbewerbe unterschiedlich, einfach querbeet alles, was mir eingefallen ist.
Frage:

Wolltest du schon immer Autorin werden- oder hattest du als Kind einen anderen Traumberuf?
Antwort: 

Ich wollte immer Journalistin werden, habe dann aber irgendwann festgestellt ist, dass es gar nicht so leicht ist, Fuß zu fassen in dieser Branche und außerdem schreibe ich gerne was mir in den Sinn kommt, ohne fixe Vorgaben und Richtlinien zu haben.

Frage:

Wie integrierst du das Schreiben in deinem Alltag?
Antwort:

Ich würde gerne sagen können, dass ich sehr regelmäßig schreibe, aber das wäre gelogen. Es gibt Phasen, da bin ich super motiviert und dann gibt es aber auch Tage und Wochen, wo ich gar keine Lust darauf habe. Wenn man Vollzeit arbeitet, ein Privatleben hat und auch ständig an neuen Projekten arbeitet, ist es gar nicht so leicht, Zeit zum Schreiben zu finden, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und bisher hat es immer noch sehr gut geklappt. Ich habe ja zum Glück auch keine Deadlines, die ich einhalten muss und ganz ohne äußeren Druck macht das auch viel mehr Spaß.
Frage:

Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten?
Antwort:

Ich bin ein richtiger Nachtmensch – wenn andere schlafen gehen, werde ich erst so richtig munter. Ich liebe Tage, an denen ich am nächsten Tag nicht aufstehen muss, denn dann kann ich die Nacht voll und ganz zum Schreiben nutzen. Nachts bin ich einfach kreativer – daher liegt auch immer ein Notizblock auf meinem Nachttisch, falls ich vor dem Einschlafen noch eine zündende Idee habe. Auch wenn ich das oft gar nicht so richtig entziffern kann, was mein müdes Ich da festzuhalten versucht, ab und zu sind da ein paar tolle Einfälle dabei.

Frage:

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?
Antwort:

Wer mich sehr beeinflusst hat beim Schreiben ist einerseits Paulo Coelho mit dem Alchimisten sowie auch Orhan Pamuk mit dem Buch „The New life“ und anderseits Jostein Gaarder mit seinem Roman „Maya“. In allen drei Büchern geht es um eine Reise, doch die Erzählungen und Handlungen und Aufbauweisen könnten unterschiedlicher nicht sein. Das hat mir Mut gemacht, eine ganz eigene Art von Reise zu kreieren, die es auch so in dieser Form noch nicht gab.
Frage:

Wie recherchierst du für deine Bücher?
Antwort:

Was man bei einem Reiseroman natürlich machen sollte, ist reisen  Das trifft sich ja dann auch super, da das Reisen mein größtes Hobby und meine absolute Leidenschaft ist. Neue Länder zu erkunden, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen und einfach voll und ganz eintauchen – das macht Spaß und man gewinnt unzählige Eindrücke, die man dann auch in einem Buch verarbeiten und einbinden kann. Natürlich schmökere ich vorab schon mal in Reiseführern und recherchiere auch während dem Schreiben noch ein wenig über das Land oder die Stadt, aber First Hand Experiences sind doch immer noch die besten.
Frage:

Welches Buch von dir ist dein Lieblingsbuch und warum?
Antwort:

Das ist bisher die wohl schwierigste Frage. Drei Bücher habe ich ja bereits erwähnt (Maja, The new life, Der Alchimist) und die waren alle drei wahnsinnig toll und inspirierend. 

Vielleicht wäre es an dieser Stelle besser, mein bisheriges Lieblingsbuch diesen Jahres zu nennen, und das ist ganz klar „Who the fuck is Kafka“ von Lizzie Doron, weil es mir den Nahost-Konflikt ein bisschen von der menschlichen Seite näher gebracht hat, gut verpackt in den Schilderungen einer zarten Freundschaft, die zum Nachdenken anregt.

Frage:

Wie lange brauchst du um ein Buch zu schreiben?
Antwort:

Für meinen ersten Roman habe ich vom Zeitpunkt der allerersten Idee bis zum fertigen Roman knappe zwei Jahre gebraucht, wobei da so viele Schreibpausen dazwischen waren, in denen ich monatelang gar nichts gemacht habe. Im Endeffekt dauerte das Schreiben ungefähr 2 Monate. Ich denke aber, dass der erste Roman immer das schwierigste Projekt bleibt, weil alles noch so neu ist und man so viel zu lernen hat. Bei meinem zweiten Roman geht das alles schon viel flüssiger, ich bin eingespielter auf die Situationen und kann auch mit Schreibblockaden schon ein wenig besser umgehen. Mal sehen, wie lange der zweite Roman dann im Endeffekt braucht…
Frage:

Gibt es Projekte von dir worauf wir uns freuen können?
Antwort:

„Spur der Zeichen – die Welt da capo al fine“ wird auf jeden Fall in eine zweite Runde gehen. Dafür trete ich im November noch eine Reise an, bei der ich einiges recherchieren möchte und dann sollte ich bis zum Ende des Jahres die Schreibarbeiten abgeschlossen haben.

Nebenbei schreibe ich nun auch an einem Kurzroman mit dem Titel „Bühne frei für die Dinge des Lebens“ – etwas komplett anderes aber genauso spannend für mich was den Schreibprozess betrifft.
Frage:

Wie wichtig ist dir Feedback von deinen Lesern?
Antwort:

Feedback ist mir generell sehr wichtig, denn man möchte sich ja auch weiterentwickeln. Natürlich merke ich auch oft selbst wenn ich einen vor langer Zeit geschriebenen Text wieder lese, was ich daran ändern würde und wie ich es besser machen könnte, aber man sieht es immer nur aus seiner eigenen Perspektive. Feedback von Lesern ermöglicht es, auch seine Fühler in andere Richtungen zu strecken, an die man vielleicht selbst gar nicht gedacht hatte.
Frage:

Wie schreibst du am liebsten? Computer oder ganz altmodisch mit Stift und Block?
Antwort:

Zu Beginn notiere ich generell alles gerne auf die altmodische Art und Weise – bevorzugt in ein wunderschönes Notizbuch. Dabei kann ich meine Gedanken viel besser sortieren und herumkritzeln. Ich finde es wichtig, nichts zu löschen, weil man nie weiß, wofür es noch gut sein kann. Erst, wenn das gesamte Konzept steht und ich weiß, was ich will, beginne ich am Computer zu tippen.
Frage:

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?
Antwort:

Bisher gibt es meinen Reiseroman „Spur der Zeichen – die Welt da capo al fine“ im Handel erhältlich. Davor habe ich „Kreuz und Quer“ herausgebracht – eine Kurzgeschichtensammlung meiner besten ganz frühen Werke. 
Frage:

Welche Frage würdest du gerne mal gestellt kriegen?
Antwort:

Ganz spontan fällt mir da jetzt gar nichts ein, aber ich werde die eine, ganz spezielle Frage erkennen, wenn ich sie höre und gebe euch gerne Bescheid!
Frage:

Hast Du ein festes Schreibritual oder immer verschiedene?

Wie sehen diese aus?
Antwort:

Kaffee ist ein absolutes Muss bei mir. Meinen ersten Roman habe ich zu 90% in meiner Lieblings-Starbucks-Filiale geschrieben und überarbeitet. Jetzt wo ich ein kleines Kätzchen habe, schreibe ich viel von zu Hause und muss dabei jetzt oft um meine Seiten kämpfen, denn Tzatziki knabbert gerne an den Ecken meines Notizbuches oder legt sich quer über die Seiten als gäbe es keinen besseren Schlafplatz für sie 
Frage:

Wo wärst du gerne mal im Urlaub?
Antwort:

Ich habe zwar schon viel gesehen, aber habe dennoch einiges auf meiner To-Do-Reiseliste: San Francisco, Peru, Australien, Neuseeland, Südafrika, Dubai, Japan, China, Kambodscha und Vietnam.

Frage:

Welche Bücher liest du gerne? Spezielle Favoriten?
Antwort:

Ich lese die unterschiedlichsten Bücher aus verschiedenen Genres. Ich habe gerne Spannung aber ohne Brutalität und Horror, Liebesgeschichten ohne zu viel gespieltem Drama, Bücher die in fremden Ländern spielen, alles was inspiriert und zum Denken anregt. Ein buch muss mich einfach begeistern können und das am besten schon auf den ersten Seiten, denn sonst lege ich es recht schnell wieder weg und greife zum nächsten.
Frage:

Wenn du etwas ändern könntest, was wäre es?
Antwort:

Ignoranz, Vorurteile, Engstirnigkeit, Krieg und was es sonst noch so an unnötigen Dummheiten auf der Welt gibt.

Frage:

Was geht dir durch den Kopf wenn du ein Buch beendet hast?
Antwort:

Das kommt ganz auf das Buch drauf an. Es gibt Bücher, die ein tolles Ende haben, auf das man sich freut und über das man dann auch glücklich ist. Genauso gibt es aber unbefriedigende Enden oder die Fragezeichen, die einem dann im Kopf herumschwirren. Manchmal freut man sich auf die Auflösung, manchmal ist man traurig, dass der Weg, auf dem man den/die Protagonisten begleiten durfte zu Ende ist, manchmal wünscht man sich ein anderes Ende, einen zweiten Teil ….  Jedes Buch ist anders aber so gut wie immer kommt dann auch die Frage: „Und was lese ich jetzt?“
Frage:

Hast Du schon mal ein Buch gelesen bei dem Du gedacht hast „Das hätte ich besser geschrieben“? Wenn ja, verrätst Du welches?
Antwort:

Es gibt einige Bücher, deren Ende ich nicht besonders gelungen finde, aber bisher hatte ich selbst noch keine gute Idee für ein alternatives Ende. Ich glaube nicht unbedingt, dass ich es besser geschrieben hätte oder besser schreiben könnte, aber manchmal würde ich gerne mit dem Autor darüber reden, weshalb etwas in einer bestimmten Art und Weise gemacht wurde um es besser zu verstehen.
Frage:

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?
Antwort:

Orhan Pamuk: „The New life“ 

Jostein Gaarder: „Maya“

Paulo Coelho: „Der Alchimist“

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen ❤

Und schön, dass Du mit deinem Autorentag ein Teil meiner Seite wirst ❤

Liebe Grüße

Tatjana

von

Bücherwelt & Rezirampe ❤


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s