Interview mit Andreas März 

Interview mit Andreas März für den Autorentag ❤
Frage:

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Und in welchem Genre waren deine ersten Schreibversuche?
Antwort:

Mit dem Schreiben habe ich angefangen, um wieder einen halbwegs freien Kopf zu bekommen. Denn er ist voll mit Geschichten, die sich im Lauf der Jahre angesammelt haben und erzählt werden wollen. Fakt ist, dass ich nicht alt genug werde, um alle zu erzählen. Aber das ist in Ordnung. Wenigstens laufe ich nicht Gefahr, mich zu langweilen. Mit allem Möglichen komme ich klar aber nicht mit Langeweile.
Meine ersten Schreibversuche machte ich in Gedichten. Und wenn ich als Schulkind mal krank war, schnappte ich mir die alte Mercedes-Schreibmaschine meines Vaters und tippte Kurzgeschichten über einen Drachen, der Abenteuer erlebte. Als Buchautor versuchte ich zuerst das Genre, das mich auch als Leser am meisten interessiert: Krimi/Thriller.
Frage:

Wolltest du schon immer Autor werden oder hattest du als Kind einen anderen Traumberuf?
Antwort:

Nein, als ich Kind war, wollte ich unbedingt Busfahrer werden. Aber das hat sich dann doch anders entwickelt.  Später kam noch die Idee auf, Schauspieler werden zu wollen. Aber dann habe ich festgestellt, dass es einfacher ist, sich Texte auszudenken als sie sich zu merken.
Frage:

Wie integrierst du das Schreiben in deinem Alltag?
Antwort:

Zuerst kommen die Dinge dran, die nicht warten können. Zum Beispiel die Hausarbeit oder kleinere Einkäufe. Sonst fühle ich mich nicht wohl. Erst dann wird mit dem Schreiben angefangen.
Frage:

Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten?
Antwort:

Überwiegend tagsüber. Aber wenn ich mal eine besonders düstere Stimmung brauche, warte ich bis zum Abend, wenn es draußen schon dunkel ist. Dann kommen Gedanken zustande, die ich bei fröhlichem Sonnenschein nicht habe.
Frage:

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?
Antwort:

Mehrere, um ehrlich zu sein. In meiner Jugend habe ich viel Hohlbein gelesen. Michael Ende und auch Karl May trugen ihren Teil dazu bei. Dann entdeckte ich noch andere Autoren wie Stephen King, Tess Gerritsen, So Nesbø, Jussi Adler-Olsen und Simon Beckett.
Frage:

Wie recherchierst du für deine Bücher?
Antwort:

Das ist abhängig vom Thema. Bei Krimis muss man schon mal ein bisschen suchen. Zum Beispiel wenn diverse Waffen verwendet werden und man keine Ahnung hat, wie sie funktionieren. Da wendet man sich schon an den einen oder anderen Experten. Es ist auch von Vorteil, wenn man jemanden bei der Polizei kennt. Bei Fantasy-Romanen ist es einfacher, wie ich finde. Man erschafft sich eine vollkommen andere Welt, andere Orte, eine eigene Historie. Da kann man sich einigermaßen austoben.
Frage:

Welches Buch von dir ist dein Lieblingsbuch und warum?
Antwort:

Wie bei vielen Autoren, ist es das erste Buch (»Tödlicher Sommer«), da das erste immer etwas Besonders ist. Man entwickelt sich mit jedem Buch immer ein wenig weiter. Aber das erste ist, womit alles angefangen hat. Außerdem behandle ich in diesem Buch das Thema Tiermisshandlung, was mir persönlich sehr wichtig ist, da ich das absolut verurteile.

Frage:

Wie lange brauchst du, um ein Buch zu schreiben?
Antwort:

Das kann ich nicht konkretisieren, da äußere Umstände auch noch eine Rolle spielen. Ich habe kein Büro, wo ich mich hinsetzen und den ganzen Tag drauflos schreiben kann. (Hat aber den Vorteil, dass ich von zu Hause aus arbeiten kann.) Für mein Debüt habe ich zum Beispiel zwei Wochen gebraucht. Aber man erhöht ja seine eigenen Ansprüche als Autor immer wieder ein wenig mehr. Für mein kürzlich erst fertiggeschriebenes Buch habe ich zwei Jahre gebraucht. Das liegt zum einen daran, dass ich manchmal wochenlang nicht schreiben kann, weil ich hin und wieder den roten Faden verliere und zum anderen, dass ich auf diverse Rechercheergebnisse warten musste. Hinzu kommt, dass es diesmal ein besonders umfangreiches Buch geworden ist.

Außerdem bin ich auch als Korrektor für andere Autoren tätig. Und das hat im Moment Vorrang für mich, da ich ja auch von etwas leben muss.
Frage:

Gibt es Projekte von dir, worauf wir uns freuen können?
Antwort:

Ich werde auf jeden Fall weiter an meiner Dresden-Krimi-Reihe arbeiten. Zwei Bücher (ein Dresden-Krimi und ein Science-Fiction-Roman) habe ich bereits dem potenziell neuen Verlag übergeben beziehungsweise die Leseproben, um ihn neugierig zu machen. Es sieht recht gut aus. Danach hoffe ich, dass mein aktuelles Buch einen Interessenten finden wird. Es basiert auf einem Lied von Jonny Hill – und soweit ich weiß, gibt es kaum Bücher, die ein Lied als Grundlage haben. Mit schwebt zudem ein Buch vor, welches im Kopf schon fertig ist (wie alle meine Bücher übrigens), wo es um Gott und den Teufel geht. Die beiden verstehen sich nämlich super, wie man lesen wird – und man könnte geneigt sein, Mitleid mit dem Teufel zu haben. Er hat es aber auch nicht leicht…
Frage:

Wie wichtig ist dir Feedback von deinen Lesern?
Antwort:

Sehr wichtig, denn sonst wüsste ich nicht, in welche Richtung ich meine nächsten Projekte entwickeln möchte. Aber es kommt tatsächlich nicht sehr häufig vor. Vielleicht trauen sich die Leser nicht wirklich, die eine oder andere Kritik zu üben. Aber Kritik ist wichtig. Natürlich freue ich mich über jedes Lob, das ich bekomme.
Frage:

Wie schreibst du am liebsten? Computer oder ganz altmodisch mit Stift und Block?
Antwort:

Obwohl ich ein Verfechter der Handschrift bin, ist es mir lieber, am Computer zu sitzen. Denn das geht wesentlich schneller und vereinfacht das Korrigieren. Einfach die Rückschritt-Taste drücken und weg ist der Fehler, ohne dass ich erst durchstreichen muss. Es ist eine saubere Angelegenheit.
Frage:

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?
Antwort:

Bisher sind folgende Bücher von mir beim AAVAA-Verlag erschienen. »Tödlicher Sommer«, »Zahl«, »Incubus – Albtraum« und »Dunckell«.
Frage:

Welche Frage würdest du gerne mal gestellt kriegen?
Antwort:

»Würdest du dir wünschen, dass deine Bücher eines Tages verfilmt werden? Und wenn ja: Würdest du eine kleine Rolle darin übernehmen wollen?«
Frage:

Hast Du ein festes Schreibritual oder immer verschiedene?

Wie sehen diese aus?
Antwort:

Bevor ich mit dem Schreiben anfange, sammle ich mich kurz und höre aktuell erst einmal »The Battle Room« von Steve Jablonsky aus dem Film »Ender’s Game«. Dann lege ich los. Nach einer Stunde wird eine Tasse Kaffee gekocht und in der Wohnung herumgelaufen, ein paar Dehnungsübungen kommen noch dazu, um nicht ganz einzurosten. (Man hat herausgefunden, dass Menschen, die überwiegend in sitzender Position arbeiten, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Und das muss ja nun wirklich nicht sein.) Ansonsten habe ich keine festen Schreibrituale.
Frage:

Wo wärst du gerne mal im Urlaub?
Antwort:

Mich würde die Karibik interessieren. Aber dafür muss ich noch ein paar Bücher verkaufen…
Frage:

Welche Bücher liest du gerne? Spezielle Favoriten?
Antwort:

Ich bevorzuge Krimis/Thriller, bei denen es recht detailreich zugeht. Denn auf die Weise kann man sein eigenes Wissen noch ein Stück erweitern oder darauf seine Recherche bauen. Was wüssten wir schon von Autopsien, wenn zum Beispiel Tess Gerristen nicht explizit darüber geschrieben hätte? Auf die Weise wird Wissen bewahrt. Man kann unglaublich viel aus Büchern lernen.
Frage:

Wenn du etwas ändern könntest, was wäre es?
Antwort:

Was wir tun beziehungsweise nicht tun, ist das, was uns am Ende ausmacht. Deswegen bin ich mit solchen Dingen recht vorsichtig. Denn ich will am Ende zufrieden mit dem sein, was ich bin. Aber wen ich persönlich an mir etwas ändern würde, dann meine Faulheit. Leider lasse ich mich hin und wieder von weniger wichtigen Dingen ablenken. E-Mails können auch warten…
Frage:

Schreibst Du noch unter anderen Pseudonymen?
Antwort:

Nein. Vielleicht mache ich das eines Tages mal, um zu sehen, ob das was bringt. Aber direkt geplant ist es nicht.
Frage:

Was geht dir durch den Kopf, wenn du ein Buch beendet hast?
Antwort:

Zuerst ist es wie das Abfallen einer Last, die nicht direkt unangenehm ist. Es ist das befreiende Gefühl, etwas geschafft zu haben. Aber sobald ich das Buch beendet habe und meine Zeit es zulässt, fange ich auch schon mit dem nächsten an. Denn Björn Ulvaeus hat mal gesagt: »Wenn man ein kreativer Mensch ist, muss man immer etwas schaffen.« Das ist es, was mich antreibt.
Frage:

Hast Du schon mal ein Buch gelesen, bei dem Du gedacht hast „Das hätte ich besser geschrieben“? Wenn ja, verrätst Du welches?
Antwort:

Es gibt viele Bücher, bei denen man während des Lesens zu der Ansicht kommt, dass die Handlung anders hätte gestaltet werden können. Aber wenn ich mich jetzt auch ein spezielles Buch festnageln lassen möchte, fiele mir spontan »Joyland« von Stephen King ein. Ich hätte dieser Geschichte eine etwas andere Handlung und vor allem ein anderes Ende verpasst. 
Frage:

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?
Antwort:

Von Stephen King bin ich nach wie vor sehr von seiner Turm-Reihe angetan. Bei Tess Gerristen sind es die Bücher, die sich um Rizzoli & Isles drehen. Jo Nesbø begeisterte mich mit seiner Harry-Hole-Reihe (besonders »Der Schneemann«). Und von Jussi Adler-Olsen lasse ich mich immer wieder gern von der Carl-Mørck-Reihe faszinieren.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen ❤

Und schön, dass Du mit deinem Autorentag ein Teil meiner Seite wirst ❤

Liebe Grüße

Tatjana

von

Bücherwelt & Rezirampe ❤


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