INTERVIEW mit Andrea Schrader

Interview mit Andrea Schrader für den Autorentag ❤
Frage:

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Und in welchem Genre waren deine ersten Schreibversuche?
Antwort:

Ich erinnere mich noch dunkel an ein Notizbuch, in das ich den Anfang einer Geschichte schrieb, eine Schatzsuche. Das muss irgendwann in den ersten Schulklassen gewesen sein, kaum, dass ich schreiben gelernt hatte. Richtig angefangen zu schreiben, habe ich aber erst in 7. oder 8. Klasse. Erst waren es Fanfictions, bis ich die Idee zu meinem ersten richtigen Buch hatte, Spür den Regen.
Frage:

Wolltest du schon immer Autorin werden- oder hattest du als Kind einen anderen Traumberuf?
Antwort:

Erst wollte ich Tierärztin werden und an dem Beruf hielt ich auch recht lange fest – bis ich durch das Schreiben merkte, dass dies mir doch mehr liegt. Journalistin war dann immer meine Antwort auf die Frage nach meinem Traumberuf, weil ich schon als Teenager wusste, dass Autorin zu werden ein anstrengender und steiniger Weg werden würde. Journalistin zu werden ist zwar auch schwierig, aber immerhin verdiene ich mittlerweile mein Geld damit, Zeitungsseiten mit Artikeln zu füllen.
Frage:

Wie integrierst du das Schreiben in deinem Alltag?
Antwort:

Ich muss erst um 10 Uhr in der Redaktion sein. Da mein Mann schon gegen halb 9 zur Arbeit losfährt und wir zusammen aufstehen, habe ich jeden Tag mindestens eine Stunde vor der Arbeit, um in Ruhe schreiben oder plotten zu können.
Frage:

Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten?
Antwort:

Morgens oder abends, nachmittags klappt es nicht so gut, da scheint meine Kreativität immer auf einem Tiefpunkt zu sein.
Frage:

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?
Antwort:

Ich habe mal den Tipp gelesen, sich Bücher, die einem gefallen, genau anzuschauen, weil sich darin die Antwort finden lässt, wie man selbst Bücher schreiben kann, auf die man stolz ist. Darum beeinflusst mich irgendwie jeder Autor, den ich lese und dessen Bücher mir gefallen – sowie die, deren Bücher mir nicht gefallen. Immerhin weiß ich dadurch auch, wie ich nicht schreiben möchte.
Frage:

Wie recherchierst du für deine Bücher?
Antwort:

Da ich Fantasy schreibe, habe ich nicht so viel zu recherchieren wie Autoren von beispielsweise historischen Romanen. Wenn ich eine Idee im Kopf habe – das kann von einer Szene bis hin zu einer einzelnen Figur alles sein –, dann  überlege ich mir, wie die Welt dazu auszusehen hat. Habe ich ein paar Gedanken zusammen, diskutiere ich mit meinem Mann darüber, meinem stärksten Kritiker, was logische Fehler in meinen Welten angeht. Nach ein paar Abenden habe ich dann meist die Weltordnung stehen, weiß den roten Faden der Geschichte und beginne mit dem Plotten. Richtiges Recherchieren gibt es nur, wenn ich bestimmte Aspekte der realen Welt mit einbinde, wie eine Geschichte aus der Bibel oder einen bestimmten Ort, an dem etwas passieren soll.
Frage:

Welches Buch von dir ist dein Lieblingsbuch und warum?
Antwort:

The Black Jewels Trilogy von Anne Bishop. Jedes Mal, wenn ich die ersten Sätze lese, bin ich sofort wieder in der Geschichte drin, fiebere mit den Charakteren mit und grummel jeden an, der mich beim Lesen stört. Ich liebe die Geschichten um die dunklen Juwelen einfach, weil Anne Bishop eine einzigartige dunkle High Fantasy Welt erschaffen hat. Es ist ein ewiger Tanz der Charaktere, immer auf Messers Schneide, immer kurz davor, den Bogen zu überspannen und die eigene Ehre zu verraten. Ich könnte Bücher mit Lobreden darüber füllen – darum höre ich an dieser Stelle lieber auf 😉

Frage:

Wie lange brauchst du um ein Buch zu schreiben?
Antwort:

Inklusive „Recherche“ etwa ein Jahr, manchmal auch anderthalb. Das Lektorat ist dabei noch nicht eingerechnet, das verschlingt nochmal so zwei bis drei Monate.
Frage:

Gibt es Projekte von dir worauf wir uns freuen können?
Antwort:

Ja, ich schreibe gerade an einer Trilogie. Es wird wieder fantastisch, aber diesmal nicht, wie bei SPÜR DEN REGEN, im Mittelalter sondern in der heutigen Welt und teilweise auch ein paar Jahre in der Zukunft. Weniger Liebesgeschichte, viel mehr apokalyptische Fantasy – ich bin schon jetzt ganz aufgeregt, was meine Leser dazu sagen werden!
Frage:

Wie wichtig ist dir Feedback von deinen Lesern?
Antwort:

Sehr wichtig – ich schreibe meine Bücher zwar zum Teil für mich, zu einem großen Teil aber auch für meine Leser. Ich freue mich über jeden, der sich von mir in eine andere Welt entführen lässt und kurz den Alltag um sich herum vergessen kann. Ich freue mich aber genauso auch über Kritik – denn nur dadurch kann ich mich verbessern.
Frage:

Wie schreibst du am liebsten? Computer oder ganz altmodisch mit Stift und Block?
Antwort:

Recherche und Planung mit Stift und Papier, die eigentliche Geschichte dann auf dem PC – einfach aus Faulheit heraus, ich würde wahrscheinlich nie dazu kommen, meine handschriftlichen Sachen jemals abzutippen.
Frage:

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?
Antwort:

SPÜR DEN REGEN ist mein Debütroman, veröffentlicht bei Schruf&Stipetic. Bisher nur als eBook. Außerdem habe ich eine Kurzgeschichtensammlung bei Amazon selbstveröffentlicht, DIE FREIHEIT DER HIGHLANDS. Es sind schmalzige Liebesgeschichten, die ich nur veröffentlich habe, um Verlagen zu zeigen: Ich werde gelesen. Es hat geklappt, mein Debütroman hat, wie schon erwähnt, ein Zuhause bei einem Verlag gefunden.
Frage:

Welche Frage würdest du gerne mal gestellt kriegen?
Antwort:

Hallo, darf ich einen Liederzyklus zu deinem Buch machen?
Frage:

Hast Du ein festes Schreibritual oder immer verschiedene?

Wie sehen diese aus?
Antwort:

Ich starte meinen PC, öffne mein Schreibprogramm und beginne mit Schreiben. Wenn das ein Ritual ist, dann habe ich eins 😉
Frage:

Wo wärst du gerne mal im Urlaub?
Antwort:

Schottland, Irland, Kanada, Venedig, … es gibt so viele schöne Orte, die ich hoffentlich alle einmal sehen werde.
Frage:

Welche Bücher liest du gerne? Spezielle Favoriten?
Antwort:

Fantasy und historische Romane, gerne auch mal Klassiker wie Pride and Prejudice oder Bram Stoker’s Dracula. Anne Bishop und Wolfgang Hohlbein sind bei der Fantasy meine Favoriten, bei historischen Romanen Rebecca Gablé.
Frage:

Wenn du etwas ändern könntest, was wäre es?
Antwort:

Weniger Intoleranz in der Welt, mehr friedliches Zusammenleben mit mehr Bewusstsein für die Umwelt um uns herum.
Frage:

Schreibst Du noch unter anderen Pseudonymen?
Antwort:

Nein
Frage:

Was geht dir durch den Kopf, wenn du ein Buch beendet hast?
Antwort:

Ein tiefes Durchatmen, dann schließe ich das Manuskript und hoffe, dass es mir in ein paar Wochen, wenn ich mit der Überarbeitung beginne, immer noch gefällt. Spannender wird es, wenn die Überarbeitung abgeschlossen ist und ich es an meine Lektorin schicke. Dann wechselt meine Stimmung nach dem Absenden sekündlich zwischen „Was für ein gutes Buch!“ und „Das ist der größte Mist, den ich je geschrieben habe.“
Frage:

Hast Du schon mal ein Buch gelesen bei dem Du gedacht hast „Das hätte ich besser geschrieben“? Wenn ja, verrätst Du welches?
Antwort:

Nein – wenn mir Bücher nicht gefallen, dann will ich sie gar nicht selbst und besser schreiben.
Frage:

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?
Antwort:

Autoren: Wolfgang Hohlbein, Anne Bishop, JRR Tolkien, Rebecca Gablé, Marion Zimmer Bradley

Bücher: The Black Jewels Trilogy, Darkover-Zyklus, Märchenmond, Herr der Ringe
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen ❤

Und schön, dass Du mit deinem Autorentag ein Teil meiner Seite wirst ❤
Vielen Dank, dass ich bei eurem Autorentag mitmachen durfte! Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit euch über mich und meine Projekte zu reden ❤
Liebe Grüße

Tatjana

von

Bücherwelt & Rezirampe ❤


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